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KLAR in der Gemeinde

In Gemeinden werden laufend öffentliche Flächen neu gestaltet oder angelegt. Das betrifft Plätze, Straßenzüge, Spielplätze oder Infrastrukturprojekte mit Gebäuden (z.B. Schulen, Veranstaltungszentren mit Parkplätzen). Gerade bei diesen Projekten ist eine klimawandel-angepasste Ausführung ganz wesentlich, da diese Orte stark frequentiert und lange genutzt werden.
Fachliche Unterstützung in einer frühen Planungsphase kann dazu beitragen, Klimawandelanpassung im Projekt entsprechend zu berücksichtigen. Sobald ein Nutzungskonzept vorliegt, soll eine fachliche Diskussion eines Expertenbeirats für Klimawandelanpassung mit Planern und Gemeinden (als Auftraggeber) die wesentlichen Themen aufgreifen. Worauf ist bei der Planung zu achten? Wer kann bei der Ausführung fachgerecht unterstützen? Der Beirat hat die Funktion, die richtigen Fragen zu stellen und ein Netzwerk an Expertise (z. B. Wissenschaft, Produkte, Firmen) im Bereich Klimawandelanpassung zur Verfügung zu stellen.
 

  • Beirat (Expertenpool) formen
  • Fachliche Unterstützung bei Planungen einbringen
  • Leitfaden erstellen und Gemeinden übermitteln
Check your Green pixabay

Check your Green

Das öffentliche Grün erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen für die Siedlungsgebiete in den wachsenden Regionsgemeinden. Gut geplante Gemeindegrünflächen sind Erholungsräume , können kühlen, Regenwasser versickern und verbessern  damit das Mikroklima. Die genannten Funktionen können im Zuge des Klimawandels nur aufrecht erhalten werden, wenn die Bepflanzung klimafit ist. Das bedeutet, dass Bäume, Sträucher und Staudenbeete trockenheitsverträglich, pflegeextensiv UND attraktiv sein müssen.
Die Maßnahme „Check your Green“ zielt darauf ab, den Zustand des öffentlichen Grüns anhand von konkreten Beispielen in den KLAR-Gemeinden nach klimarelevanten Kriterien zu prüfen, Pflegekostenvergleiche anzustellen und die Gemeinden mit Pflegeplänen und Beratungen zu unterstützen.

Diese Maßnahme erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Gärtnern der Gemeinden, mit „Natur im Garten“ sowie den lokalen Gärtnereien, was zur Wertschöpfung in der Region beiträgt.

  • Kriterien für den Green Check ausarbeiten
  • Analyse der Grünräume
  • Maßnahmen festlegen (Beratungen)
  • Übermittlung der Ergebnisse
Grün im Gewerbe pixabay

Grün im Gewerbe

Gewerbeareale nehmen in der Region flächenmäßig bereits einen beträchtlichen Anteil der Gemeindegebiete ein. Durch die guten Anbindungen an das hochrangige Straßennetz sowie die zentrale Lage siedeln sich laufend neue Betriebe an. Diese Flächen nehmen eine wesentliche Rolle in der Lebensraumgestaltung ein, eine klimagerechte Bauweise dieser Areale ist daher notwendig, um Hitzeinseln zu vermeiden.
Eine ökologische und damit gesundheitsförderliche Gestaltung bringt zahlreiche positive Effekte wie Kühlung und Beschattung, welche das Klima für Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen verbessert. Durch die Versickerung vor Ort kann darüber hinaus die Kanalisation entlastet werden. In Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft (Wirtschaftskammer) werden Informationsveranstaltungen für Betriebe und Gemeinden organisiert, um Wissen aufzubauen, Beratungsangebote und Förderungen aufzuzeigen und Betriebe für dieses Thema zu sensibilisieren.

Schwerpunktberatungen durch Fachexperten in Betrieben sollen konkrete Projekte in Betriebsarealen initiieren, die als Best-practice Beispiele verwendet werden können. 

  • Vernetzung der regionalen Wirtschaft
  • Durchführung Informationsveranstaltungen
  • Durchführung Beratungen
Alternative Landwirtschaftliche Modelle pixabay

Alternative Landwirtschaftliche Modelle

Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Lange Trockenperioden und häufigere Dürreereignisse führen zu empfindlichen Ernteeinbußen sowohl in Menge als auch Qualität. Erosion durch Wind und Starkregenereignisse nimmt zu, die Vegetationszeit verlängert sich. Der Ackerbau in seiner derzeitigen Form wird somit noch schwieriger und immer weniger wirtschaftlich. Beispiele einzelner innovativer Landwirte in der Region zeigen, dass es bereits Ansätze alternativer landwirtschaftliche Modelle gibt. Etwa Vielfaltsgärtnerei mit Gemüseanbau oder Agroforst, die Kombination von Landwirtschaft mit Bäumen und Sträuchern.

Durch die Vielfalt an Gemüsearten und -sorten können Ernteausfälle minimiert werden. Umstellungen und Transformationen sind nur möglich, wenn Information vorhandene Information aufbereitet und durch Wissenstransfer Vertrauen aufgebaut werden kann. Die Vernetzung die innovativen landwirtschaftlichen Akteure der Region und deren Erfahrungen spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Diese Maßnahmen erfolgen in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer, der Agrarbezirksbehörde (Windschutzgürtel) und unter Beiziehung von Experten der Universität für Bodenkultur und der landwirtschaftlichen Fachschule.

  • Vernetzung und Erfahrungsaustausch innovativer Landwirte und Wissenschaft
  • Wissensvermittlung durch Info-Veranstaltungen und Exkursionen
Begrünungsmanagement im Weinbau: pixabay

Begrünungsmanagement im Weinbau:

Der Weinbau spielt in der Region Wagram eine große Rolle. Die Weine werden an den Südhängen des Wagram tiefgründigen Lössboden angebaut, der sich durch gute Wasserspeicherfähigkeit auszeichnet. Dennoch verursachen lange niederschlagsfreie und heiße Perioden Trockenstress beim Rebstock, was sich auf die Traubenqualität auswirkt. Die zunehmenden Starkniederschläge schwemmen humosen Oberboden insbesondere in den - überwiegenden - Hanglagen ab, der dann als Schlamm durch Kellergassen und Güterwegen weit verfrachtet wird. Klimafittes Begrünungsmanagement ist ein Lösungsansatz sowohl zur Verringerung der Verdunstung als auch zum Schutz gegen Erosion.

Es werden geeignete Begrünungsmischungen definiert, in mehreren Varianten in in den Weingärten angebaut werden. Mehrmalige Bonitierungen und Bodenanalysen geben Aufschluss über Wasserhaushalt und Bodeneigenschaften. Die Versuche werden gemeinsam mit dem Forschungsmanagement der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und der HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg durchgeführt werden. Diese Maßnahme erfolgt in Abstimmung mit der regionalen Weinwirtschaft (IK Wagram – Interprofessionelles Komitee), die Winzer bringen entsprechende Eigenleistungen dazu ein.

  • Begrünungsmischungen und Flächen definieren und anbauen
  • Bonitierung / Untersuchungen
  • Präsentation Ergebnisse
Genusstour – Vielfalt gegen Klimawandel pixabay

Genusstour – Vielfalt gegen Klimawandel

In der Region gibt es Obst- und Gemüseproduzenten, die – jeder für sich – die Vielfalt an regional und saisonal verfügbaren Produkten zeigen. Diese Vielfalt in kleinen Strukturen hat auch die besten Voraussetzungen, sich an Veränderungen wie den Klimawandel anzupassen. Es können so Ernteausfälle minimiert und Extremereignisse besser überbrückt werden. Durch wärmere Winter wird auch Wintergemüseanbau ermöglicht. Die Vielfalt wirkt sich auch positiv auf die Insektenfauna aus.
Kennenlernen und Vernetzen von Produzenten mit gewerblichen (z. B. Gastronomie) sowie privaten Kunden soll Chancen für zukünftige Marktkooperationen schaffen. Dieser Austausch sensibilisiert für die Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an den Klimawandel. Gleichzeitig werden dadurch Synergien mit dem Klimaschutz (Saisonalität, Regionalität) gehoben.
Eine Genusstour und diverse Worskhops sollen als (touristische) Veranstaltungen bzw. Bildungsangebote im regionalen Veranstaltungs-kalender verankert werden und damit nachhaltig die Folgen des Klimawandels vermitteln.

  • Betriebe vernetzen
  • Genusstour planen und durchführen
  • Workshops planen und durchführen 
Klimafittes Bauen und Wohnen: pixabay

Klimafittes Bauen und Wohnen:

Die Sommer werden länger und heißer und insbesondere in der wärmeren Jahreshälfte ist es mittlerweile schwierig die Gebäude kühl zu halten. Doch gerade in diesem Bereich bieten innovative Ansätze bei der Dämmung, der Beschattung und die Anwendung neuer Baustoffe die Möglichkeit, trotz der Hitzebelastung ein angenehmes Wohn- und Arbeitsklima zu schaffen.
Durch Kurzvideos sollen Nutzer und Entscheidungsträger auf die zukünftigen Ansprüche, die unser Lebensraum haben wird, aufmerksam gemacht, und über innovative Bauweisen informiert werden. Informationsveranstaltungen für Interessierte, Gemeindevertreter aber auch Bauträger, werden einen Überblick über Anbieter solcher Systeme geben. Gleichzeitig sollen Vernetzungstreffen die Möglichkeit bieten, sich über effiziente und zukunftsfähige Lösungen auszutauschen.

 

  • Regionale Anbieter erheben u. veröffentlichen
  • Videos produzieren
  • Öffentliche Informationsveranstaltungen
Innen vor Außen pixabay

Innen vor Außen

Durch den steten Zuzug, die raumplanerische Praxis der letzten Jahrzehnte und durch Strukturwandel im Einzelhandel bedingt, hat sich das Ortsbild in den Gemeinden der Kleinregion stark verändert. Neubauten entstehen am Ortsrand, wodurch auch mehr und mehr Infrastruktur an den Außenbereich der Siedlungsgebiete rückt und Flächen versiegelt werden. Das Leben und die Versorgungseinrichtungen im Kerngebiet geht zurück. Leerstehende Gebäude in der Ortsmitte sind die Folge. 
Gerade diese Leerstände und die Raumpotentiale in den Siedlungskernen sollen besser genutzt werden, um  die zunehmende Versiegelung im Zuge der Verbauung der Siedlungsränder zu minimieren.
Eine umfassende Innenpotenzial-Analyse in einer größeren Zuzugsgemeinde soll den Ausgangspunkt bilden. Danach werden für die Entwicklung wesentliche Schlüsselobjekte definiert und für diese je ein individueller Hausentwicklungs-Check durchgeführt. Im Rahmen eines regionalen Raumplanungsdialoges werden die Ergebnisse der Potenzialanalyse und Entwicklungschecks sowie Best-practice Beispiele aus anderen Regionen vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse dieses Dialoges bieten die Grundlage für die Festlegung von Maßnahmen und Ansatzpunkten für die Region.

 

  • Erstellung der Innenpotential-Analyse 
  • Hausentwicklungschecks für Schlüsselobjekte
  • Präsentation bei Regionalem Raumplanungsdialog
Take care - Klimawandelangepasste Nachbarschaftshilfe: pixabay

Take care - Klimawandelangepasste Nachbarschaftshilfe:

Die zunehmende Anzahl an Hitzewellen in den letzten Jahren, stellt die Bevölkerung auch hinsichtlich gesundheitlicher Risiken vor neue Herausforderungen. Nicht nur die Zahl der Hitzetoten, sondern auch die Hitzenotfälle haben in den Jahren, in denen verstärkte Hitzeextreme aufgetreten sind, ebenso zugenommen. Problematisch sind diese Temperaturbedingungen vor allem für Kinder und ältere Personen.
Diese drohenden Belastungen sollen durch das Prinzip der klimawandelangepassten Nachbarschaftshilfe eingeschränkt werden.
Mitmenschen sollen animiert werden, mit älteren Nachbarn (Bekannte und Verwandte in der Region), gerade wenn starke Hitze herrscht, regelmäßigen Kontakt zu suchen und sie bei diversen Tätigkeiten unterstützen. Ein zusätzlicher Effekt wäre die soziale Vernetzung älterer und jüngerer Generationen. Auch Hausärzte der Region werden über die drohenden Gefahren informiert, die sich in Zukunft für die Bevölkerung ergeben. Erste-Hilfe-Kurse mit Schwerpunkt der durch den Klimawandel zunehmenden Hitzefolgen versetzen die Bevölkerung in die Lage, den Mitmenschen in Extremsituationen beiseite zu stehen. Informationsmaterial zu diesen Themen soll zur Verfügung gestellt werden.

 

  • Vortragsreihe Klimawandel und Gesundheit erstellen
  • Veranstaltungen durchführen