Neue Perspektiven - "Back to the roots"

23.02.2026

Neue Perspektiven  - "Back to the roots"

Auf großes Interesse stieß am Freitag, dem 20.02., der Vortrag zum Thema „Naturbasierte Lösungen in Landwirtschaft und Garten“ im Weritas in Kirchberg am Wagram. Der Verein „Wir für Natur – Initiative Natur Kirchberg am Wagram“ und die KLAR! (Klimawandel-Anpassungsmodellregion) Region Wagram begrüßten den renommierten Landwirt Alfred Grand als Referenten.

Alfred Grand wurde 2025 als einer der Top 50 Farmers in Europa für regenerative Landwirtschaft ausgezeichnet. Regenwürmer gehören zu seinen wertvollsten Mitarbeitern. Sie lockern den Boden, belüften die Erde, und was ihr Stoffwechsel produziert, ist der Garant für vitalstoffreiches Gemüse und Obst sowie kräftiges Pflanzenwachstum. Bei VERMIGRAND wird hochwertiger Biohumus von Regenwürmern produziert.

Großes Interesse galt der Marktgärtnerei – einem vielfältigen, hochproduktiven und zugleich ökologischen Gemüseanbau auf kleinen Flächen zwischen 1.000 m² und einem Hektar mit Direktvermarktung. Dieses Bewirtschaftungssystem erfüllt 12 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs). Die Marktgärtnerei von Alfred Grand produziert autark und ist somit auch krisensicher.

Versuche mit Komposttee zeigen eindrucksvoll, wie wichtig ein „aktives Bodenleben“ für gesunde Pflanzen ist – es fungiert als „Werkstätte“ der Pflanze. Bei der Saatgutbeimpfung spielt das Mikrobiom eine entscheidende Rolle: Eine große Vielfalt an Mikroorganismen unterstützt Keimung und Pflanzenwachstum. Die Pflanzen vermehren diese Organismen und transportieren sie weiter in den Boden – und auch hier ist wieder der Regenwurm eine große Hilfe.

Grand gab Empfehlungen zum Mulchen in Privatgärten. Für Landwirte besonders interessant war die Vorstellung der Versuche mit der Roller-Crimper-Methode – ein Verfahren zur mechanischen Beikrautregulierung und Bodenbedeckung, das ohne chemische Mittel auskommt und einen wichtigen Beitrag zur regenerativen Landwirtschaft leistet.

Wichtig für den Klimaschutz ist auch das Thema Agroforst. Darunter versteht man Mehrnutzenhecken in Ackerlandschaften. Diese bieten Wind- und Erosionsschutz, speichern CO? und verbessern das Wassermanagement des Bodens und fördern die Biodiversität. „Selbst kleine Strukturelemente in Ackerlandschaften schaffen wertvollen Lebensraum für Vögel, Bestäuber und andere Wildtiere“, bestätigte Vogelexperte Wolfgang Pegler im Publikum.

Der Vortrag zeigte eindrucksvoll: Der Weg „zurück zu den Wurzeln“ bedeutet nicht Stillstand, sondern innovative, naturbasierte Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft – und eröffnet auch neue Perspektiven für den eigenen Garten.

GRANDFARM:

Seit mittlerweile 20 Jahren ist die GRANDFARM ein Bio-Verbandsbetrieb und arbeitet rein ökologisch. Als Forschungsbauernhof werden innovative Methoden in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern erprobt und als Demonstrationsbetrieb praxisnah präsentiert. Die Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Bodengesundheit, Agroforst und Marktgärtnerei.

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